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Rezension des Buches „Böses Gemüse“ von Dr. med. Steven R. Gundry

Montag, 19. März 2018 - in Rezensionen

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Ernähren Sie sich gesund? Empfehlungen gibt es reichlich. Viele Vollkornprodukte sowie reichlich Obst und Gemüse sollten täglich auf dem Speiseplan stehen. Doch ist die Auswahl wirklich so gesund?

Haben Sie schon mal was von Lektinen gehört? Nein? Dann wird es Zeit, dass Ihnen Dr. med. Steven R. Gundry mal genauer zeigt, was Lektine sind und wie sie unserem Körper schaden können. Der Buchtitel „Böses Gemüse: Wie gesunde Nahrungsmittel uns krank machen“ klingt sehr interessant. Ich habe dieses Buch gelesen, damit Sie abschätzen können, ob der Inhalt für Sie interessant ist.

 

 


Im ersten Teil des Buches erklärt der Autor Wichtiges über das sogenannte Pflanzen-Paradox. Er zeigt auf, welche Schutzmechanismen Pflanzen entwickelt haben, um sich vor Fressfeinden zu schützen. Diese Schutzstoffe (Lektine) setzen dem menschlichen Körper nach und nach zu. Durch spezielle Züchtungen sind zwar viele Stoffe deutlich reduziert worden, doch über die Jahre können sie trotzdem eine Menge Schaden in Körper anrichten.

Gekonnt spannt der Autor einen interessanten Themenbogen. Er geht gezielt darauf ein, wie eine erhöhte Lektinaufnahme auch bei bereits bestehenden Erkrankungen die Symptome verschlechtern kann und wie Medikamente zusätzlichen Schaden im Körper anrichten können. Besonders auf Antibiotika geht der Autor hierbei ein. Auch ein löchriger Darm erhält im Buch große Aufmerksamkeit. Ein geschädigter Darm ist nicht in der Lage, ausreichend Nährstoffe aufzunehmen oder Krankheiten mit dem Immunsystem gekonnt abzuwenden. Das Thema der Vollkornernährung sieht der Autor ebenfalls sehr kritisch. Besonders in den äußeren Hüllen und den Keimlingen sind laut dem Autor viele Lektine enthalten. Wer viel von dem Vollkorngetreide zu sich nimmt, so meint er, schadet sich sehr.

 

Der Autor bringt sein Wissen zu den Lektinen im Buch einfühlsam, humorvoll und mit vielen Beispielen aus seinem Arbeitsalltag dem Leser näher. Er zeigt, auf was in der Ernährung geachtet werden sollte und wie die Lektinaufnahme deutlich reduziert werden kann. Ich finde es gut, das ins Bewusstsein zu rücken.

Als Unterstützung bietet Dr. med. Steven R. Gundry in seinem Buch ein 3-Phasen-Programm für eine lektinfreie Ernährung an. Diese richtet sich vor allem an Menschen mit bereits bestehenden Krankheiten wie Autoimmunkrankheiten, Allergien, Asthma, Übergewicht, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Die Lebensmittelauswahl, vor allem in der ersten Phase zur Entschlackung, ist schon ziemlich heftig. Nur sehr wenige Lebensmittel sind laut dem Autor erlaubt. Diese umfassen jedoch zahlreiche blähende und sehr ballaststoffreiche Nahrungsmittel wie beispielsweise Kohlgemüse. Wer diese noch nicht gewohnt ist, wird sicherlich große Probleme mit der vorgeschlagenen Ernährungsweise haben.

 

Es ist sehr schade, dass sich der Autor in vielen Punkten im Buch selbst widerspricht. Bestimmte Fette und Öle werden in seiner Positiv-Liste der zweiten Phase genannt, dann aber im Erklärungsteil wieder korrigiert und sollten doch eher nicht in den ersten zwei Wochen verwendet werden. Dies ist für den Leser durchaus verwirrend. Auf der Negativ-Liste wiederum stehen ein paar Lebensmittel, auf die der Autor gar nicht genauer eingeht. Somit ist es beispielsweise unverständlich, warum auf Sonnenblumenkerne verzichtet werden sollen.

In Phase drei ist es möglich, wieder lektinhaltige Speisen in die Ernährung mit aufzunehmen. Um die Lektine unschädlich zu machen, wird der Dampfkochtopf verwendet. Doch warum genau dieser für die Zubereitung besonders geeignet ist, wird nicht erläutert. Das ist sehr schade, da der Autor immer wieder darauf zu sprechen kommt, aber das Wesentliche nicht erklärt (Anmerkung meinerseits: Hohe Temperaturen, wie sie beim Kochen entstehen, können Lektine zerstören. Daher ist der Schnellkochtopf, beispielsweise zur Zubereitung von Hülsenfrüchten, gut geeignet).

 

Fazit:

 

Mit seinem Buch zeigt Dr. med. Steven R. Gundry, welche verheerenden Folgen eine erhöhte Lektinaufnahme, besonders bei bereits bestehenden Krankheiten, haben kann. Seine Ernährungsansätze sind interessant, regen zum Nachdenken an, erfordern allerdings einen hohen Rechercheaufwand, wenn man sich genauer mit dem Thema beschäftigt und alle offenen Fragen aus dem Buch klären will.

Wer eine Erkrankung hat und die lektinfreie Ernährung ausprobieren möchte, sollte unbedingt Rücksprache mit seinem Arzt halten.
Ich denke eher, es ist wichtig, auf eine ausgewogene Ernährungsweise zu achten und bestimmte Lektinbomben, die auch im Buch genannt werden, zu meiden, statt direkt auf eine lektinfreie Ernährung umzusteigen und sich eventuell zahlreiche Verdauungsbeschwerden, durch eine ausgesprochen ballaststoffreiche Ernährung, einzuhandeln. Diese muss, meiner Meinung nach, langsam aufgebaut werden, damit sich der Körper daran gewöhnen kann.

 

Dr. med. Steven R. Gundry, Böses Gemüse: Wie gesunde Nahrungsmittel uns krank machen, Taschenbuch, Beltz Verlag, ISBN: 978-3407865120

 

Rezension von Katharina Rau